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Lottogewinn geheim halten: was in Deutschland gilt

Ratgeber LOTTO 6aus49 und Eurojackpot 3 Min. Lesezeit

Den Lottogewinn geheim halten: Eine Pflicht zur Veröffentlichung kennt das deutsche Recht nicht. Anonym gegenüber der Lotteriegesellschaft bleibt aber niemand — und dann sind da noch Fristen und Steuern.

Wer in Deutschland eine hohe Gewinnklasse trifft, muss das niemandem erzählen. Eine Pflicht zur Veröffentlichung gibt es nicht, und die Lotteriegesellschaften geben die Identität von Gewinnern nicht heraus. Wer seinen Lottogewinn geheim halten will, kann das also — mit einigen Einschränkungen, die weniger mit Öffentlichkeit zu tun haben als mit Auszahlung, Fristen und Steuerrecht.

Wer einen Lottogewinn geheim halten kann — und wo das endet

Gegenüber Nachbarn, Kollegen und Presse besteht keinerlei Auskunftspflicht. Anders sieht es gegenüber der Stelle aus, die auszahlt: Ein Großgewinn wird nicht am Kiosk in bar ausgezahlt, sondern über die zuständige Landeslotteriegesellschaft abgewickelt. Dafür müssen Sie sich ausweisen und ein Konto benennen. Anonymität gegenüber der auszahlenden Gesellschaft und der kontoführenden Bank ist damit ausgeschlossen — beide unterliegen den Vorschriften zur Identifizierung von Kunden.

Das ist kein Widerspruch zur Geheimhaltung nach außen. Die Gesellschaften behandeln diese Angaben vertraulich; öffentlich wird daraus nichts.

Was die Lotteriegesellschaften melden

Veröffentlicht werden die Gewinnquoten, die Zahl der Gewinner je Gewinnklasse und — bei Großgewinnen — das Bundesland, in dem der Spielauftrag abgegeben wurde. Genau daraus entstehen die Meldungen, die Sie in den Nachrichten lesen: „ein Gewinn über 50.000.000,00 Euro, gemeldet aus Thüringen".

Mehr steht darin nicht. Kein Name, kein Wohnort, kein Alter. Auch auf lottozahlen.de finden Sie zu jedem Gewinn nur diese Ebene, etwa in den Quoten zu LOTTO 6aus49 oder auf den einzelnen Ziehungsseiten. Wenn in Berichten dennoch Details über eine Person auftauchen, stammen sie in aller Regel von der Person selbst — über ein Interview, das sie gegeben hat.

Steuern: der Gewinn und das, was danach kommt

Der Gewinn selbst ist in Deutschland einkommensteuerfrei. Der Grund ist systematisch: Ein Lotteriegewinn fällt unter keine der Einkunftsarten, die § 2 Absatz 3 Einkommensteuergesetz aufzählt. Er ist kein Arbeitslohn, kein Gewerbeertrag und kein Kapitalertrag, sondern ein Zufallsereignis. Eine Meldung ans Finanzamt ist für den Gewinn als solchen nicht erforderlich.

Was danach mit dem Geld geschieht, ist eine andere Frage. Zinsen und andere Erträge aus dem angelegten Betrag sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent; steuerfrei bleiben sie nur im Rahmen des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 Euro je Person und Jahr. Wer eine größere Summe anlegt, überschreitet diese Grenze in der Regel im ersten Jahr — und ab da wird der Betrag gegenüber dem Finanzamt sichtbar, wenn auch nicht als Gewinn, sondern als Kapitalertrag.

Wenn Geld weitergegeben wird

Ein Punkt, der häufig übersehen wird: Geben Sie einen Teil des Gewinns an Angehörige oder Freunde weiter, handelt es sich um eine Schenkung. Für Schenkungen gelten Freibeträge, die sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis richten und alle zehn Jahre neu zur Verfügung stehen; maßgeblich ist § 16 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz. Für Ehegatten und Kinder sind sie deutlich höher als für entferntere Verwandte oder Dritte. Wird ein Freibetrag überschritten, entsteht Schenkungsteuer — unabhängig davon, dass der Gewinn selbst steuerfrei war.

Ähnliches gilt für Tippgemeinschaften. Wer gemeinsam spielt und die Auszahlung über ein Konto abwickelt, sollte vorher festhalten, wem welcher Anteil zusteht. Fehlt eine solche Vereinbarung, kann die Weitergabe an die übrigen Mitspieler als Schenkung behandelt werden.

Auch laufende Ansprüche und Leistungen können betroffen sein: Bei einkommens- oder vermögensabhängigen Sozialleistungen und bei Unterhaltsverpflichtungen kann ein Gewinn zu berücksichtigen sein. Das hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.

Fristen: wie lange ein Anspruch besteht

Geheimhaltung heißt nicht Aufschieben. Nach den Teilnahmebedingungen der Lotteriegesellschaften erlöschen Gewinnansprüche üblicherweise, wenn sie nicht bis zum Ende des dritten auf das Jahr der Ziehung folgenden Kalenderjahres geltend gemacht werden. Ein Gewinn aus dem Jahr 2026 wäre danach bis Ende 2029 einzufordern.

Verbindlich ist allein der Wortlaut der Teilnahmebedingungen jener Gesellschaft, bei der der Spielauftrag abgegeben wurde. Dort steht auch, welche Nachweise für die Auszahlung nötig sind. Der Überblick in den Spielregeln zu LOTTO 6aus49 gibt die übliche Regelung wieder, ersetzt sie aber nicht.

Stefanie RiedelRedaktion

Binge-Watcherin (Netflix durchgeguckt), Schreib- und Lese-Nerd, Redaktionsmaskottchen

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